Die Osteopathie ist eine ganzheitliche Therapieform, bei der nicht nur ein einzelnes Symptom im Vordergrund steht, sondern der Patient als Ganzes wahrgenommen wird. Die einzigartige Wahrnehmungs- und Leistungsfähigkeit der menschlichen Hand nutzen Hunde Osteopathen als Instrumentarium für Diagnostik und Therapie.

In der Tiermedizin ist selten eine Maßnahme der Schüssel zum Erfolg. Eine rein schulmedizinische Vorgehensweise stößt dabei häufig an ihre Grenzen.

Der Osteopath betrachtet dabei den Körper von Tier und Mensch in seiner Gesamtheit – ein gesunds Tier bewegt sich harmonisch, die Muskeln und Knochen arbeiten gut zusammen. Ist dieses enge Zusammenspiel gestört, erkenne ich als Osteopathin Bewegungseinschränkungen. Dadurch wird die durch den Körper strömende Lebensenergie stört.

Andrew Still, der Begründer der Osteopathie: „Leben bedeutet Bewegung, wo Bewegung gestört ist, beginnt Krankheit“.

Durch die Überprüfung wie die Tiere sich bewegen, stelle ich fest, ob eine Körperfunktion gestört ist. Unfälle, Stürze, Muskelverspannungen oder eine Narbenbildung, Bänder- oder Gelenkverklebungen können zu Blockierungen führen. Durch die Osteopathie wird versucht, diese Störung durch verschiedene manuelle Techniken wieder aufzuheben – mit bloßer Hilfe der Hände. Dadurch wird die Selbstheilungskraft des Körpers von Tier und Mensch angeregt. Das Bewegungssystem ist eng mit dem restlichen Körper verbunden; somit kann die osteopathische Behandlung auch auf die Atmung, das Herz-Kreislauf-System, den Stoffwechsel und das seelische Wohlbefinden wirken.

Eine osteopathische Untersuchung umfasst daher immer das Abtasten des gesamten Körpers mit all seinen dazugehörigen Strukturen wie Knochen, Gelenken und Muskeln. Der Hund, hat nur eine relativ dünne Bauchdecke, daher können auch die inneren Organe durch die Bauchwand hindurch untersucht werden. Die Behandlung setzt dann ganzheitlich überall dort an, wo Fehlspannungen und Bewegungseinschränkungen vorhanden sind.

So können Rückenschmerzen beim Hund vermutet werden, die Schmerzen können sich aber als Folge einer alten Knieverletzung durch eine Schon- und Vermeidungshaltung entwickelt haben. Durch die osteopathischen Untersuchung werden alle Strukturen abgetastet und entsprechend behandelt.

Die 3 osteopathischen Systeme:

  • parietale oder muskulo-skelettale System
    Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder
  • viszerale System
    innere Organe, deren Gefäß- und Nervenversorgung sowie deren bindegewebige Hüllen und Aufhängesysteme
  • cranio-sakrale System
    Schädel und Gehirn; Rückenmark, Kreuzbein, sowie Hirn- und Rückenmarkshäute