Fachbegriffe — Hundephysiotherapie erklärt
133 Begriffe von A bis Z — Orthopädie, Agility, Ernährung, Rassen & Physiotherapie.
Hier erklären wir Begriffe aus Tierarztpraxis, Orthopädie, OP-Techniken, Physiotherapie, Agility, Ernährung und Qualifikation — kurz, verständlich und mit Bezug zu unserer Arbeit in Bünde. Dipl.-Ing. Andrea Schröder (DAHP), 10 Jahre Erfahrung in der Hundephysiotherapie.
Wo es eine eigene Indikationsseite gibt, verlinken wir dorthin für die ausführliche Therapiebeschreibung. Der Ratgeber ergänzt diese Seiten — er ersetzt sie nicht.
Hinweis: Diese Erklärungen ersetzen keine tierärztliche Diagnose. Bei akuten Beschwerden wenden Sie sich bitte zuerst an Ihre Tierarztpraxis.
Buchstabe anklicken oder suchen — die Begriffe erscheinen hier, ohne lange zu scrollen.
A (11)
B (8)
C (4)
D (6)
E (6)
F (7)
G (5)
H (8)
I (5)
J (1)
K (12)
M (13)
N (5)
O (8)
R (5)
S (10)
T (5)
Alle Begriffe im Detail
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A11 Begriffe
Achillessehnenverletzung
Was bedeutet das?
Die Achillessehne verbindet die Wade mit der Ferse — bei Riss oder Überdehnung kann der Hund die Pfote nicht mehr normal aufstellen („flache Ferse“). Oft nach Sprung oder Sturz.
Wann ist das relevant?
Bei plötzlicher Hinterhand-Lahmheit, hängender Pfote oder wenn der Tierarzt eine Achillessehnenverletzung vermutet (klinisch, Ultraschall).
Was machen wir in der Praxis?
Nach OP oder konservativer Therapie: behutsame Mobilisation, Muskelaufbau der Wade — eng abgestimmt mit Chirurgie/Tierarzt.
Adipositas beim Hund
Was bedeutet das?
Adipositas bedeutet deutliches Übergewicht — der Hund trägt zu viel Körperfett. Das belastet Gelenke, Herz und Kreislauf und erschwert Bewegung.
Wann ist das relevant?
Wenn der Hund bei normaler Futtermenge zunimmt, schneller aus der Puste ist oder Gelenkprobleme wie Arthrose verschlimmert werden.
Was machen wir in der Praxis?
Schonender Aufbau am Unterwasserlaufband, aktive Übungen und ergänzend Ernährungsberatung — für nachhaltiges Abnehmen ohne Überlastung.
Agility
Was bedeutet das?
Agility ist ein Hundesport mit Parcours aus Sprüngen, Slalom, Tunnel und Kontaktzonen. Hohe Belastung für Sprunggelenke, Rücken, Schultern und Kreuzbänder — Prävention und Regeneration sind wichtig.
Wann ist das relevant?
Bei aktiven Agility-Hunden — vor der Saison (Prävention), nach Wettkämpfen oder bei wiederkehrenden Beschwerden.
Was machen wir in der Praxis?
Gangbildanalyse, Muskelaufbau, Massage, Dehnungen und Hydrotherapie zur Regeneration.
Akupunktur beim Hund
Was bedeutet das?
Die Akupunktur stammt aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und stimuliert bestimmte Punkte am Körper — mit feinen Nadeln oder als Laser-Akupunktur ohne Nadelstich.
Wann ist das relevant?
Bei Schmerzen, chronischen Beschwerden, neurologischen Ausfällen oder als ergänzende Maßnahme zur Physiotherapie.
Was machen wir in der Praxis?
Je nach Hund und Befund wählen wir Nadel- oder Laser-Akupunktur — oft kombiniert mit Osteopathie oder Massage.
Amputation
Was bedeutet das?
Bei einer Amputation wird ein Gliedmaßenteil oder ein ganzes Bein entfernt — meist nach schwerem Trauma, Tumor oder wenn Schmerzfreiheit auf andere Weise nicht erreichbar ist.
Wann ist das relevant?
In der Reha nach OP: Anpassung des Gangbildes, Kräftigung der übrigen Muskulatur und Balance-Training.
Was machen wir in der Praxis?
Propriozeption, Gerätetraining und gezielter Muskelaufbau — damit der Hund sicher und möglichst symmetrisch läuft.
Anamnese
Was bedeutet das?
Die Anamnese ist das ausführliche Erstgespräch vor jeder Therapie: Vorgeschichte, tierärztliche Befunde, Medikamente, Alltag und Ihre Beobachtungen zu Gangbild und Verhalten.
Wann ist das relevant?
Immer vor der ersten Behandlung — und bei längeren Therapieverläufen, wenn sich der Befund ändert.
Was machen wir in der Praxis?
Die Anamnese dauert ca. 60 Minuten. Erst danach legen wir Ziele, Häufigkeit und Methoden fest — abgestimmt auf die Diagnose Ihrer Tierarztpraxis.
Anaplasmose (Zeckenkrankheit)
Was bedeutet das?
Anaplasmose wird durch Zecken übertragen (Anaplasma phagocytophilum) — wie Borreliose eine Zeckenkrankheit. Beim Hund können wechselnde Lahmheit (heute ein Bein, morgen ein anderes), Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall und Gewichtsverlust auftreten. Oft gemeinsam mit Borreliose oder anderen Zeckeninfektionen. Nicht jeder infizierte Hund wird klinisch krank.
Wann ist das relevant?
Bei unspezifischen Beschwerden oder wechselnder Lahmheit nach Zeckenbiss — vor allem Frühjahr bis Herbst in Risikogebieten. Diagnose (Bluttest) und Antibiotika durch den Tierarzt; Physiotherapie erst danach, wenn der Hund wieder belastbar ist.
Was machen wir in der Praxis?
Nach tierärztlicher Behandlung: sanfte Mobilisation, Muskelaufbau und Gangschulung — Schmerzlinderung und Beweglichkeit im Alltag. Mehr zu wechselnder Lahmheit: Lahmheit beim Hund.
Arthritis
Was bedeutet das?
Arthritis ist eine Gelenkentzündung — das Gelenk ist oft geschwollen, warm und schmerzhaft. Arthrose ist dagegen der langsame Gelenkverschleiß; beides kann zusammen auftreten.
Wann ist das relevant?
Bei akut geschwollenen Gelenken zuerst zum Tierarzt. In der stabilen Phase oder bei chronischer Gelenkproblematik kann Physiotherapie unterstützen.
Was machen wir in der Praxis?
Schmerzarme Bewegung, Lymphdrainage bei Schwellung, Laser und Muskelaufbau — immer nach tierärztlicher Freigabe.
Arthrodese
Was bedeutet das?
Arthrodese bedeutet die operative Versteifung eines Gelenks — Knochen wachsen oder werden verbunden, das Gelenk bewegt sich danach nicht mehr. Ziel: schmerzfreie Stabilität, wenn andere Optionen nicht greifen.
Wann ist das relevant?
Nach schweren Verletzungen, instabilen Gelenken oder als letzte Option bei chronischen Schmerzen — nach tierärztlicher/chirurgischer Indikation.
Was machen wir in der Praxis?
Anpassung des Gangbildes, Muskelaufbau der umliegenden Muskulatur und Alltagstraining — für Mobilität trotz versteiftem Gelenk.
Arthrose
Was bedeutet das?
Arthrose ist der Gelenkverschleiß — der Knorpel nutzt sich ab, Bewegung wird schmerzhafter und steifer. Sie entwickelt sich oft langsam und betrifft häufig Hüfte, Knie oder Wirbelsäule.
Wann ist das relevant?
Wenn Ihr Hund nach dem Aufstehen steif ist, kürzer läuft, Treppen meidet oder weniger spielen möchte — besonders im Alter.
Was machen wir in der Praxis?
Schmerzarme Bewegung am Unterwasserlaufband, Muskelaufbau, Massage und passende passive Maßnahmen für mehr Lebensqualität.
Aufwärmen & Abkühlen
Was bedeutet das?
Aufwärmen bereitet Muskeln, Sehnen und Gelenke auf Belastung vor — Abkühlen fördert Regeneration nach dem Sport. Beides reduziert Verletzungsrisiko bei Sporthunden.
Wann ist das relevant?
Vor und nach Training, Wettkampf oder intensiven Spaziergängen — besonders bei Agility, Obedience und Jagdsport.
Was machen wir in der Praxis?
Wir zeigen passende Übungen für Zuhause und vor dem Training — ergänzend zu Prävention und Physiotherapie.
B8 Begriffe
Bänderriss
Was bedeutet das?
Bänder stabilisieren Gelenke. Ein Bänderriss (z. B. Seitenband im Knie oder Sprunggelenk) entsteht oft durch Verdrehung oder Überdehnung — der Hund lahmt und schont das Bein.
Wann ist das relevant?
Nach tierärztlicher Diagnose — konservativ mit Schiene oder nach operativer Stabilisierung in der Reha-Phase.
Was machen wir in der Praxis?
Taping, Laser, schonende Mobilisation und später kontrollierter Muskelaufbau für Gelenkstabilität.
Bandscheibenvorfall
Was bedeutet das?
Beim Bandscheibenvorfall drückt Bandscheibengewebe auf Nerven oder Rückenmark — der Hund kann lahm gehen, Schmerzen zeigen oder Hinterhand-Ausfälle entwickeln. Schweregrade unterscheiden sich stark.
Wann ist das relevant?
Nach akutem Ausfall oder in der Reha-Phase — je nach tierärztlicher Einschätzung, ob und wann Physiotherapie sinnvoll ist.
Was machen wir in der Praxis?
Behutsame Mobilisation, Muskelerhalt, ggf. Laser und später kontrollierte Aktivierung — immer in Abstimmung mit der Diagnose Ihrer Tierarztpraxis.
BARF
Was bedeutet das?
BARF steht für „biologisch artgerechte Rohfütterung“ — Fütterung mit rohem Fleisch, Knochen, Gemüse und Ergänzungen statt allein Fertigfutter. Ziel: naturnahe Ernährung.
Wann ist das relevant?
Wenn Sie die Ernährung umstellen möchten — besonders bei Übergewicht, Gelenkproblemen oder Seniorenhunden.
Was machen wir in der Praxis?
Andrea Schröder ist zertifizierte Ernährungsberaterin (Swanie Simon) und berät zu BARF und Futterplänen — ergänzend zur Physiotherapie auf Über mich.
Berner Sennenhund
Was bedeutet das?
Berner Sennenhunde sind groß und schwer — häufiger HD und ED. Früh Gewicht und Bewegung im Blick behalten.
Wann ist das relevant?
Bei Lahmheit, Steifheit nach Belastung oder wenn der junge Hund ungewöhnlich schnell ermüdet.
Was machen wir in der Praxis?
Schonende Bewegung, Muskelaufbau, Ernährungsberatung bei Übergewicht — für lange Mobilität.
Bicepstendinose
Was bedeutet das?
Die Bicepstendinose ist eine Reizung oder Verletzung der Bizepssehne an der Schulter — häufig bei aktiven und Sporthunden. Der Hund meidet Streckbewegungen der Vorderhand.
Wann ist das relevant?
Bei wiederkehrender Vorderhand-Lahmheit nach Belastung, wenn der Tierarzt eine Sehnenproblematik vermutet (Ultraschall).
Was machen wir in der Praxis?
Schonende Mobilisation, Massage, Laser und später gezielter Muskelaufbau — Belastung stufenweise steigern.
Bildgebung & Diagnostik
Was bedeutet das?
Bildgebung hilft, die Ursache von Lahmheit und Beschwerden zu finden. Beim Hund kommen vor allem Röntgen, Ultraschall, MRT, CT und Fluoroskopie zum Einsatz — je nach Verdacht und Klinik.
Wann ist das relevant?
Bei unklarer Lahmheit, vor OP-Planung, bei neurologischen Ausfällen oder zur Verlaufskontrolle in der Reha.
Was machen wir in der Praxis?
Wir setzen auf die Diagnose Ihrer Tierarztpraxis und ergänzen in der Anamnese mit Gangbildanalyse und klinischem Befund.
Bursitis (Schleimbeutelentzündung)
Was bedeutet das?
Schleimbeutel (Bursae) puffern Gelenke und Sehnenansätze ab. Bei Bursitis ist ein Schleimbeutel entzündet — oft am Ellenbogen („Ellenbogenbeule“ beim Hund), Schulter oder Hüfte. Schwellung, Wärme und Schmerz sind typisch.
Wann ist das relevant?
Bei sichtbarer Schwellung über einem Gelenk, Lahmheit nach Sturz oder chronischer Druckbelastung (z. B. häufiges Liegen auf hartem Untergrund).
Was machen wir in der Praxis?
Lymphdrainage, Laser, Entlastung und später kontrollierte Bewegung am Unterwasserlaufband — Ursache mit dem Tierarzt klären.
BZT e.V. (Bundesverband)
Was bedeutet das?
Der BZT (Bundesverband zertifizierter Tierphysiotherapeuten e.V.) definiert Qualitätsstandards für Ausbildung, Fortbildung und Behandlung — und fördert das Berufsbild der Tierphysiotherapeutin seit 2006.
Wann ist das relevant?
Wenn Sie einen qualifizierten Therapeuten suchen — BZT-Mitglieder sind über bzt-ev.de auffindbar.
Was machen wir in der Praxis?
Andrea Schröder ist BZT-Mitglied. Behandlungen basieren auf fundierter Ausbildung (DAHP) und regelmäßiger Fortbildung.
C4 Begriffe
Carpus valgus (Handgelenkfehlstellung)
Was bedeutet das?
Carpus valgus bezeichnet eine nach innen abgeknickte Vorderpfote — oft im Zusammenhang mit Radius-Curvus-Syndrom oder Wachstumsstörungen von Speiche und Elle. Die Belastungsachse der Vorderhand ist verändert.
Wann ist das relevant?
Bei auffälliger Pfotenstellung bei Welpen, Vorderhand-Lahmheit oder im Rahmen der Ellenbogendysplasie.
Was machen wir in der Praxis?
Muskelaufbau, Ausgleich der Fehlbelastung und schonende Mobilisation am Unterwasserlaufband — nach orthopädischer Beurteilung.
Cauda-equina-Syndrom
Was bedeutet das?
Das Cauda-equina-Syndrom (CES) entsteht, wenn Nervenwurzeln am Ende der Lendenwirbelsäule eingeklemmt werden — oft durch Bandscheibenveränderungen oder Engstellung im Wirbelkanal.
Wann ist das relevant?
Bei Schmerzen beim Aufstehen, Schwäche der Hinterhand, Taubheitsgefühl oder Problemen mit Blase und Schwanz — das ist ein tierärztlicher Notfall bzw. dringlicher Befund.
Was machen wir in der Praxis?
Nach operativer oder konservativer tierärztlicher Therapie: behutsame Mobilisation, Muskelaufbau und Schmerzmanagement in Abstimmung mit der Tierarztpraxis.
Cavaletti-Training
Was bedeutet das?
Cavaletti sind niedrige Stangen oder Hindernisse, über die der Hund im Schritt läuft. Das Training verbessert Koordination, Propriozeption und bewusste Beinsetzung.
Wann ist das relevant?
Nach Verletzungen, bei neurologischen Ausfällen, nach Kreuzband-OP oder wenn der Hund „über die Pfoten stolpert“.
Was machen wir in der Praxis?
In der gerätegestützten Therapie passen wir Höhe und Abstand an — oft kombiniert mit Balance-Übungen.
CT (Computertomographie)
Was bedeutet das?
Das CT erstellt feine Schichtaufnahmen aus Röntgendaten — besonders gut für Knochen, Gelenke und komplexe Frakturen. Schneller als MRT, mit Röntgenstrahlung. Oft vor OP-Planung (z. B. komplexe Frakturen, Wirbelsäule).
Wann ist das relevant?
Wenn Röntgen nicht ausreicht, aber schnelle, detaillierte Knochendiagnostik nötig ist — oder als Ergänzung zum MRT.
Was machen wir in der Praxis?
Reha und Belastungsaufbau richten sich nach CT-Befund und operativer Versorgung — in Abstimmung mit Chirurgie und Tierarzt.
D6 Begriffe
Dackel & Wirbelsäule
Was bedeutet das?
Dackel und längsrückige Rassen haben durch den langen Rücken erhöhtes Risiko für Bandscheibenprobleme — von Discopathie bis Bandscheibenvorfall (IVDD).
Wann ist das relevant?
Bei Rückenschmerzen, vorsichtigem Gehen, verweigerter Sprungbelastung oder Hinterhand-Ausfällen — sofort Tierarzt.
Was machen wir in der Praxis?
Nach Stabilisierung: behutsame Mobilisation, Rückenmuskulatur stärken, Treppen und Sprünge meiden — Alltagsanpassung inklusive.
DAHP (Hundephysiotherapeut/in)
Was bedeutet das?
DAHP steht für die geprüfte Qualifikation nach Blümchen/Wosslick — staatlich anerkanntes Fernstudium mit Praxissemester und Prüfung durch tierphysiotherapeutische und tierärztliche Kommission.
Wann ist das relevant?
Wenn Sie prüfen möchten, ob Ihre Therapeutin qualifiziert ist — neben DAHP sind Mitgliedschaft im BZT und Fortbildungen ein Qualitätsmerkmal.
Was machen wir in der Praxis?
Andrea Schröder ist geprüfte Hundephysiotherapeutin (DAHP) mit langjähriger Praxiserfahrung — mehr auf Über mich und Verband.
Degenerative Myelopathie (DM)
Was bedeutet das?
DM ist eine fortschreitende Erkrankung des Rückenmarks — die Hinterhand wird schwächer, der Gang unsicherer. Genetisch häufig bei Deutschen Schäferhunden und verwandten Rassen.
Wann ist das relevant?
Bei älteren Hunden mit langsam zunehmender Hinterhand-Schwäche, Abrieb an den Pfoten oder Schwierigkeiten beim Aufstehen — nach Ausschluss anderer Ursachen durch den Tierarzt.
Was machen wir in der Praxis?
Muskelerhalt, Balance- und Koordinationsübungen, Propriozeptionstraining — für mehr Sicherheit und Lebensqualität.
Deutscher Schäferhund (HD & DM)
Was bedeutet das?
Deutsche Schäferhunde haben erhöhte Prädisposition für HD und degenerative Myelopathie (DM) — genetisch bedingt, nicht jeder Hund erkrankt.
Wann ist das relevant?
Bei Hinterhand-Problemen im Alter (DM) oder Lahmheit/Steifheit bei jungen und erwachsenen Hunden (HD).
Was machen wir in der Praxis?
Bei HD: Muskelaufbau und Hydrotherapie. Bei DM: Muskelerhalt und Koordinationstraining — immer mit tierärztlicher Diagnose.
Discopathie
Was bedeutet das?
Discopathie bezeichnet Erkrankungen der Bandscheiben — von frühen Veränderungen bis zum Bandscheibenvorfall. Die Bandscheibe verliert Elastizität oder drückt auf Nerven.
Wann ist das relevant?
Bei Rückenschmerzen, Steifheit, Lahmheit der Hinterhand oder neurologischen Ausfällen — Diagnose durch den Tierarzt (Neurologie, MRT).
Was machen wir in der Praxis?
Je nach Schweregrad: Muskelerhalt, sanfte Mobilisation, Osteopathie und später kontrollierte Aktivierung.
DPO (Double Pelvic Osteotomy)
Was bedeutet das?
Die DPO ist wie die TPO eine Becken-OP bei jungen Hunden mit HD — das Becken wird an zwei (statt drei) Stellen durchtrennt und gedreht, damit die Hüftpfanne den Kopf besser führt.
Wann ist das relevant?
Bei juvenilen Hunden mit HD — Entscheidung durch Orthopäde, abhängig von Befund und Klinik.
Was machen wir in der Praxis?
Nach Freigabe: schonende Mobilisation, Muskelaufbau und Gangbildkontrolle im Wachstum.
E6 Begriffe
ED-Befund (Röntgenbewertung)
Was bedeutet das?
ED (Ellenbogendysplasie) wird röntgenologisch in Schweregrade eingeteilt (0–3). Der Befund beschreibt Veränderungen am Ellenbogen — nicht jeder Befund bedeutet automatisch Lahmheit.
Wann ist das relevant?
Wenn Ihr Tierarzt ED diagnostiziert hat oder Züchter/Untersuchungen einen ED-Befund zeigen — zur Einordnung von Therapie und Alltag.
Was machen wir in der Praxis?
Unabhängig vom Grad: Muskelaufbau, schmerzarme Bewegung und Belastungssteuerung — abgestimmt auf Symptome, nicht nur auf das Röntgenbild.
Elektrotherapie
Was bedeutet das?
Elektrotherapie umfasst therapeutische Anwendung von Strom — beim Hund vor allem Mikrostrom und teils TENS. Ziele: Schmerzlinderung, Durchblutung, Zellstoffwechsel.
Wann ist das relevant?
Bei chronischen Schmerzen, Muskelatrophie, Wundheilungsstörungen oder als Ergänzung nach Verletzungen.
Was machen wir in der Praxis?
Wir setzen frequenzspezifischen Mikrostrom (Vitagral/Xaelios µVET) ein — oft kombiniert mit Laser oder manuellen Techniken.
Ellenbogendysplasie (ED)
Was bedeutet das?
ED ist eine Fehlentwicklung des Ellenbogengelenks — häufig mit Arthrose, Schmerzen und Lahmheit an der Vorderhand verbunden. Dazu zählen u. a. FPC, IPA, OCD sowie Wachstumsstörungen wie Radius-Curvus-Syndrom und Short-Ulna-Syndrom. Betroffen sind oft beide Vorderbeine.
Wann ist das relevant?
Bei jungen Hunden mit wiederkehrender Vorderhand-Lahmheit, Steifheit nach Belastung oder wenn der Tierarzt ED diagnostiziert hat.
Was machen wir in der Praxis?
Schmerzarme Bewegung am Unterwasserlaufband, gezielter Muskelaufbau und passive Mobilisation — konservativ oder nach operativer Therapie, abgestimmt auf den Befund.
Epiphysenlyse am Tuberculum supraglenoidale
Was bedeutet das?
Eine Wachstumsfugen-Lösung am Schultergelenk: Der Ansatz der Bizepssehne am Schulterblatt löst sich teilweise oder ganz. Verwandt mit Bicepstendinose, tritt vor allem bei jungen, großen Hunden auf.
Wann ist das relevant?
Bei jungen Hunden mit Schulter-Lahmheit, oft nach Sprung oder Sturz — Diagnose durch Orthopäden (Röntgen, CT).
Was machen wir in der Praxis?
Nach OP oder konservativ: Schultermuskelaufbau, Propriozeption und schrittweise Rückkehr zur Belastung.
Ernährung bei Gelenkproblemen
Was bedeutet das?
Bei Gelenkerkrankungen spielt Ernährung eine unterstützende Rolle: Idealgewicht entlastet Gelenke; ausgewogene Nährstoffe (z. B. Omega-3-Fettsäuren, Grünlippmuschel-Extrakt) können ergänzend sinnvoll sein — nach Absprache mit dem Tierarzt.
Wann ist das relevant?
Bei Arthrose, HD, Seniorenhunden oder wenn Futter und Gewicht die Therapie beeinflussen.
Was machen wir in der Praxis?
Ernährungsberatung als Ergänzung zu Physiotherapie — kein Ersatz für tierärztliche Schmerztherapie, aber wichtiger Baustein.
Ernährungsberatung für Hunde
Was bedeutet das?
Ernährungsberatung hilft, Futtermenge, -zusammensetzung und Fütterungsrhythmus passend zum Hund zu wählen — für Idealgewicht, Gelenke und Vitalität.
Wann ist das relevant?
Bei Übergewicht, Muskelaufbau-Bedarf, Gelenkerkrankungen, Senioren oder wenn Sie Futter umstellen möchten (inkl. BARF).
Was machen wir in der Praxis?
Individuelle Beratung mit Ernährungsplan — kombinierbar mit Hydrotherapie und Muskelaufbau bei Adipositas.
F7 Begriffe
Faszien
Was bedeutet das?
Faszien sind bindegewebige Hüllen, die Muskeln, Organe und Strukturen umgeben und verbinden. Verklebungen oder Verspannungen können Bewegung einschränken und Schmerzen verursachen.
Wann ist das relevant?
Bei chronischer Steifheit, nach längerer Schonung, bei Schonhaltungen oder im Rahmen der Osteopathie.
Was machen wir in der Praxis?
Manuelle Mobilisation, Massage und osteopathische Techniken — für mehr Gleitfähigkeit und Beweglichkeit.
FCE (fibrokartilaginärer Embolus)
Was bedeutet das?
Bei einem FCE verschließt ein kleines Stück Knorpel/Gewebe plötzlich ein Blutgefäß im Rückenmark — der Hund zeigt oft akut Lahmheit oder Lähmung, meist einseitig und ohne Schmerz.
Wann ist das relevant?
Nach plötzlichem Ausfall der Hinterhand oder eines Beins — zuerst sofort zum Tierarzt. Die Diagnose ist ein Ausschlussverfahren (MRT, neurologische Untersuchung).
Was machen wir in der Praxis?
In der Reha-Phase: Muskelerhalt, Lagerungswechsel, später kontrollierte Aktivierung und Propriozeptionstraining — je nach verbleibender Funktion.
Femurkopfresektion (FHO)
Was bedeutet das?
Bei der FHO (Femurkopfresektion) wird der Hüftkopf — der runde Gelenkknopf am Oberschenkelknochen — chirurgisch entfernt. Statt eines Kugelgelenks entsteht ein muskelgestütztes „Pseudo-Gelenk“. Häufig bei Legg-Calvé-Perthes kleiner Rassen oder schwerer HD — Alternative zur Hüft-TEP.
Wann ist das relevant?
Nach der OP, sobald die Tierarztpraxis Mobilisation und Physiotherapie freigibt. Ohne kräftige Hinterhand-Muskulatur funktioniert das Pseudo-Gelenk nicht — Muskelaufbau ist hier besonders wichtig.
Was machen wir in der Praxis?
Intensiver Muskelaufbau der Hinterhand, schmerzarme Bewegung am Unterwasserlaufband und Mobilisation — für stabiles, schmerzarmes Gehen.
Fluoroskopie (Röntgendurchleuchtung)
Was bedeutet das?
Die Fluoroskopie — fachsprachlich Röntgendurchleuchtung — erzeugt bewegte Röntgenbilder in Echtzeit auf einem Monitor. In der Tiermedizin oft mit einem mobilen C-Bogen (Röntgenbogen), z. B. während OPs zur Kontrolle von Implantaten (TPLO) oder bei dynamischen Stabilitätstests.
Wann ist das relevant?
In der Chirurgie und Orthopädie, wenn Gelenkstellung oder Implantate unter Belastung sichtbar sein müssen — nicht bei jeder Routine-Untersuchung.
Was machen wir in der Praxis?
Nach solchen Eingriffen folgt wie üblich strukturierte Reha — frühe Schwellungsbehandlung, später Muskelaufbau.
FPC (fragmentierter Processus coronoideus)
Was bedeutet das?
FPC ist eine Form der Ellenbogendysplasie: Ein kleiner Knochenfortsatz an der inneren Elle (Processus coronoideus medialis) bricht ab oder bildet Risse — oft durch Überlastung oder eine Inkongruenz im Ellenbogengelenk. Folgen sind Schmerzen, Lahmheit und später Arthrose.
Wann ist das relevant?
Bei jungen bis mittelalten Hunden mit Vorderhand-Lahmheit — häufig bei Labrador, Golden Retriever oder Rottweiler. Die Diagnose stellt der Tierarzt (Röntgen, CT oder Arthroskopie).
Was machen wir in der Praxis?
Nach arthroskopischer OP oder bei konservativer Behandlung: schmerzarme Bewegung am Unterwasserlaufband, Muskelaufbau der Vorderhand, Ganganalyse und Belastungssteuerung — abgestimmt mit Ihrer Tierarztpraxis.
Fraktur (Knochenbruch)
Was bedeutet das?
Eine Fraktur ist ein Knochenbruch — durch Sturz, Unfall oder pathologische Schwächung des Knochens. Je nach Art und Lage: konservative Ruhigstellung oder operative Osteosynthese.
Wann ist das relevant?
Nach Unfall, plötzlicher Lahmheit oder wenn Röntgen/CT einen Bruch zeigt — sofort tierärztlich versorgen.
Was machen wir in der Praxis?
Nach Freigabe: Lymphdrainage, Narbenbehandlung, Muskelaufbau und schrittweise Belastungssteigerung.
Französische Bulldogge
Was bedeutet das?
Französische Bulldoggen haben durch Körperbau und Gewicht Belastung auf Gelenke — häufiger Patellaluxation, Arthrose und Wirbelsäulenprobleme. Atemwege (BOAS) begrenzen oft die Ausdauer.
Wann ist das relevant?
Bei Lahmheit, Steifheit oder wenn der Hund Belastung meidet — Belastung immer an Atemwege anpassen.
Was machen wir in der Praxis?
Kurze, schonende Einheiten, kein Überhitzen, Muskelaufbau und Gewichtskontrolle — in Abstimmung mit dem Tierarzt.
G5 Begriffe
Gangbildanalyse
Was bedeutet das?
Die Gangbildanalyse ist die systematische Beobachtung, wie Ihr Hund läuft — Schrittlänge, Belastung der Pfoten, Symmetrie, Aufstehen und Drehen. Oft der erste wichtige Schritt in der Anamnese.
Wann ist das relevant?
Bei Lahmheit, nach Operationen, bei Schonhaltungen oder wenn Sie Veränderungen im Alltag bemerken.
Was machen wir in der Praxis?
In jeder Anamnese beobachten wir Ihren Hund in Ruhe und in Bewegung — Grundlage für den individuellen Therapieplan.
Gelenkmaus (freier Gelenkkörper)
Was bedeutet das?
Ein „Gelenkmaus“ ist ein freier Knorpel- oder Knochenchip im Gelenk — oft nach OCD oder Gelenkverschleiß. Er kann eingeklemmt werden und plötzliche Lahmheit oder Blockaden auslösen.
Wann ist das relevant?
Bei wechselnder Lahmheit, plötzlichem „Aufhängen“ eines Beins oder nach Gelenkdiagnostik (Röntgen, Arthroskopie).
Was machen wir in der Praxis?
Nach Entfernung des Chips oder konservativ: Mobilisation, Muskelaufbau und Belastungssteuerung — je nach betroffenem Gelenk.
Gelenkspiegelung (Arthroskopie)
Was bedeutet das?
Die Gelenkspiegelung ist ein minimal-invasiver Blick ins Gelenk — mit Kamera über kleine Zugänge. Häufig bei Kreuzband- und Meniskus-Diagnostik oder zur Therapie (z. B. Knorpelglättung).
Wann ist das relevant?
Wenn der Tierarzt das Knie oder andere Gelenke arthroskopisch untersuchen oder operieren soll — oft vor oder statt großer Eröffnung.
Was machen wir in der Praxis?
Reha wie nach offener Gelenk-OP: Lymphdrainage, später Muskelaufbau und kontrollierte Belastung.
Gonitis (Kniegelenksentzündung)
Was bedeutet das?
Gonitis bezeichnet eine Entzündung des Kniegelenks — durch Trauma, Überlastung, Arthrose oder im Zusammenhang mit Kreuzbandriss und Meniskus-Schaden. Schwellung, Wärme und Schmerz sind häufig.
Wann ist das relevant?
Bei Knie-Schwellung, Lahmheit nach Verdrehung oder im Verlauf einer Knie-OP.
Was machen wir in der Praxis?
Lymphdrainage, Laser, schmerzarme Bewegung und später gezielter Muskelaufbau — nach Freigabe der Tierarztpraxis.
Großrassen (Wobbler & Panosteitis)
Was bedeutet das?
Große Rassen (z. B. Great Dane, Mastiff, Bernhardiner) sind anfälliger für Wobbler-Syndrom und junge Großrassen für Panosteitis.
Wann ist das relevant?
Bei unsicherem Gang der Hinterhand (Wobbler) oder wandernder Lahmheit bei jungen Hunden (Panosteitis).
Was machen wir in der Praxis?
Nach tierärztlicher Diagnose: dosierte Bewegung, Muskelaufbau oder schonende Begleitung — rassespezifisch angepasst.
H8 Begriffe
HD-Befund (Röntgenbewertung)
Was bedeutet das?
HD wird röntgenologisch nach FCI-Schema bewertet (A = frei bis E = schwere HD). Der Befund beschreibt die Hüftgelenkpassform — klinische Beschwerden können davon abweichen.
Wann ist das relevant?
Nach HD-Diagnose, vor Zuchtentscheidungen oder wenn Sie den Befund Ihres Hundes besser verstehen möchten.
Was machen wir in der Praxis?
Therapie richtet sich nach Lahmheit und Alltag — Muskelaufbau, Hydrotherapie und Schmerzmanagement in Abstimmung mit dem Tierarzt.
Hochzugspfote
Was bedeutet das?
Bei der Hochzugspfote („High-heeled dog“) stehen die Krallen der Vorderpfoten deutlich länger als die Hinterpfoten — oft durch zu seltenes Krallenschneiden. Der Standwinkel der Vorderhand verändert sich.
Wann ist das relevant?
Wenn Vorderpfoten-Krallen den Boden berühren, der Hund auf Asphalt rutscht oder die Vorderhand „steil“ steht — häufig mit Lahmheit oder Schonhaltung verbunden.
Was machen wir in der Praxis?
In der Anamnese prüfen wir Pfotenstellung und Krallenlänge. Physiotherapie bei Kompensation; Krallenkürzung gehört in die regelmäßige Pflege — wir beraten gerne.
Hüft-TEP (Totalendoprothese)
Was bedeutet das?
Bei einer Hüft-TEP wird das kranke Hüftgelenk durch ein künstliches Gelenk ersetzt — eine Option bei schwerer HD oder fortgeschrittener Arthrose, wenn andere Maßnahmen nicht mehr ausreichen.
Wann ist das relevant?
Nach der OP, sobald die Tierarztpraxis Belastung und Physiotherapie freigibt — meist schrittweise über Wochen.
Was machen wir in der Praxis?
Kontrollierter Muskelaufbau der Hinterhand, schmerzarme Bewegung am Unterwasserlaufband und Mobilisation — für stabiles Gehen und Alltagstauglichkeit.
Hüftgelenksdysplasie (HD)
Was bedeutet das?
HD ist eine Fehlentwicklung der Hüftgelenke — das Gelenk passt nicht optimal zusammen. Nicht zu verwechseln mit der aseptischen Femurkopfnekrose (Legg-Calvé-Perthes) bei kleinen Rassen. Folgen können Schmerzen, Steifheit und Arthrose sein, unabhängig vom Schweregrad auf dem Röntgenbild.
Wann ist das relevant?
Bei Welpen mit auffälligem Gangbild, bei jungen Hunden mit Hinterhand-Problemen oder Senioren mit chronischer Hüftsteifheit.
Was machen wir in der Praxis?
Muskelaufbau der Hinterhand, schmerzarme Bewegung und Entlastungstechniken — konservativ oder nach OP. Wir arbeiten mit Ihrer Tierarztpraxis zusammen.
Hundephysiotherapie
Was bedeutet das?
Die Hundephysiotherapie umfasst manuelle und aktive Maßnahmen zur Wiederherstellung von Beweglichkeit, Muskelkraft und Schmerzfreiheit — etwa Massage, Dehnungen, Gerätetraining und Elektrotherapie. Sie ergänzt die tierärztliche Behandlung, ersetzt sie aber nicht.
Wann ist das relevant?
Nach Operationen und Verletzungen, bei Arthrose, Lahmheit, neurologischen Ausfällen oder wenn Ihr Hund steif geht, Muskeln abbaut oder Bewegungen meidet.
Was machen wir in der Praxis?
In unserer Praxis kombinieren wir je nach Befund mehrere Verfahren — von Massage und Dehnungen bis zu Mikrostrom, Laser und Unterwasserlaufband.
Hydrops (Synovialitis)
Was bedeutet das?
Hydrops bezeichnet eine idiopathische Gelenkschwellung durch vermehrte Gelenkflüssigkeit (Synovialitis) — oft am Ellenbogen oder Knie. Das Gelenk wirkt gespannt, der Hund lahmt oder schont das Bein.
Wann ist das relevant?
Bei unklarer Gelenkschwellung ohne Fraktur — nach tierärztlicher Abklärung, manchmal im Rahmen von ED oder Überlastung.
Was machen wir in der Praxis?
Entlastung, Lymphdrainage, sanfte Mobilisation und Muskelaufbau — Ursache und Belastung mit dem Tierarzt abstimmen.
Hydrotherapie
Was bedeutet das?
Hydrotherapie nutzt Wasser als Therapiemedium — vor allem zur Gelenkentlastung, Muskelkräftigung und schmerzarmen Bewegung. Beim Hund ist das Unterwasserlaufband die häufigste Form.
Wann ist das relevant?
Wenn Gelenke, Muskeln oder Sehnen noch nicht voll belastbar sind, aber aktive Bewegung für die Heilung wichtig ist.
Was machen wir in der Praxis?
Hydrotherapie ist bei uns fest in die Behandlungseinheit integriert — nicht als separates Zusatzangebot. Wir kombinieren sie mit manuellen Techniken und Hausübungen.
Hypertrophe Osteodystrophie (HOD)
Was bedeutet das?
HOD (auch Morbus Möller-Barlow) ist eine Wachstumsstörung der Röhrenknochen bei großen Welpen — Entzündung und Verdickung der Knochenenden, oft an Pfoten und langen Röhrenknochen. Fieber, Schmerz und Lahmheit können auftreten.
Wann ist das relevant?
Bei großwüchsigen Welpen (ca. 3–8 Monate) mit plötzlicher Lahmheit, Fieber oder Schwellung an den Pfoten — Diagnose durch den Tierarzt.
Was machen wir in der Praxis?
Schonende Bewegung, Entlastung und Unterstützung im Alltag — die Erkrankung heilt meist aus, Physiotherapie begleitet den Verlauf.
I5 Begriffe
Iliopsoas-Muskel
Was bedeutet das?
Der Iliopsoas ist ein tiefer Hüftbeuger — von der Lendenwirbelsäule zur Oberschenkelinnenseite. Überlastung oder Verletzung führt oft zu Hinterhand-Lahmheit und Schmerz beim Aufstehen oder Drehen.
Wann ist das relevant?
Häufig bei Sporthunden und Agility-Hunden — nach abrupten Stopps, Sprüngen oder wenn der Hund „in der Hüfte“ blockiert.
Was machen wir in der Praxis?
Massage, Dehnungen, Laser und gezielter Muskelaufbau — oft kombiniert mit Gangbildanalyse.
Impuls-Lasertherapie
Was bedeutet das?
Die Lasertherapie nutzt gebündeltes Licht bestimmter Wellenlängen, um Gewebe zu stimulieren — zur Schmerzlinderung, Entzündungshemmung und Unterstützung der Heilung. Beim Hund wird sie kontaktlos angewendet.
Wann ist das relevant?
Nach OPs, bei Arthrose, Wundheilung, Narben, Muskelverletzungen oder entzündlichen Prozessen — wenn der Tierarzt keine Kontraindikation sieht.
Was machen wir in der Praxis?
Unser Multiprog-Laser wird je nach Befund punktuell oder flächig eingesetzt — z. B. nach Kreuzband-OP oder bei Narbenbehandlung.
Infraspinatus-Kontraktur
Was bedeutet das?
Der Musculus infraspinatus dreht die Schulter nach außen. Bei Kontraktur verkürzt und verhärtet der Muskel — typisch bei kleinen Rassen (z. B. Yorkshire Terrier). Der Hund hält das Bein teilweise angezogen.
Wann ist das relevant?
Bei plötzlicher Vorderhand-Lahmheit bei kleinen Hunden — oft nach Trauma oder Überlastung. Abgrenzung zu Patellaluxation durch Tierarzt.
Was machen wir in der Praxis?
Dehnungen, Massage, Mobilisation und Muskelaufbau — früh behandelt oft gute Prognose.
IPA (isolierter Processus anconeus)
Was bedeutet das?
IPA (auch UAP: ununited Processus anconeus) gehört zum ED-Komplex: Ein Knochenfortsatz am hinteren Ellenbogen bleibt als separates Stück stehen — die Wachstumsfuge schließt nicht. Das Gelenk wird instabil, Schmerzen und Arthrose können folgen.
Wann ist das relevant?
Bei Vorderhand-Lahmheit bei Welpen und Junghunden — oft im Rahmen der Ellenbogendysplasie. Früh erkannt kann der Fortsatz häufig operativ fixiert werden.
Was machen wir in der Praxis?
Nach Refixation oder Entfernung: strukturierte Reha mit Mobilisation, Propriozeption, Muskelaufbau und schmerzarmer Aktivierung — wir arbeiten eng mit Ihrer Tierarztpraxis zusammen.
IVDD (Bandscheibenerkrankung)
Was bedeutet das?
IVDD (Intervertebral Disc Disease) ist die internationale Bezeichnung für Bandscheibenerkrankungen beim Hund — von Discopathie bis zum akuten Bandscheibenvorfall. Dackel und längsrückige Rassen sind häufiger betroffen.
Wann ist das relevant?
Bei Rückenschmerzen, hängendem Kopf, Lahmheit oder Lähmung — akut immer zuerst zum Tierarzt.
Was machen wir in der Praxis?
Nach Stabilisierung: Muskelerhalt, behutsame Mobilisation und später kontrollierte Aktivierung — eng abgestimmt mit Neurologie/Chirurgie.
J1 Begriff
Jagdsport & Arbeitshunde
Was bedeutet das?
Jagd- und Spürhundarbeit belastet den Hund über Stunden — Laufen, Sprünge, abrupte Stopps, oft unebenes Gelände. Ähnliche Anforderungen wie bei Dienst- und Rettungshunden.
Wann ist das relevant?
Bei Jagd- und Arbeitshunden mit Lahmheit, Überlastung oder zur Saisonvorbereitung.
Was machen wir in der Praxis?
Gangbildanalyse, Muskelaufbau, Regeneration und Prävention — für belastbare Hunde im Einsatz.
K12 Begriffe
Kastration
Was bedeutet das?
Die Kastration ist die operative Entfernung der Geschlechtsorgane — bei Hündinnen (OVH: Eierstock + Gebärmutter) oder Rüden. Routine-Eingriff, aber für den Körper ein Eingriff mit Heilungsphase.
Wann ist das relevant?
Nach der OP: Schwellung, Schonhaltung, Narben und ggf. verspannte Bauchmuskulatur — sobald die Tierarztpraxis es erlaubt.
Was machen wir in der Praxis?
Lymphdrainage bei Ödemen, Narbenbehandlung und sanfte Mobilisation — für schnellere Erholung und weniger Kompensation.
Kinesiologisches Taping
Was bedeutet das?
Elastische Tape-Bandagen werden auf Fell und Haut aufgeklebt, um Muskeln und Gelenke zu unterstützen, die Durchblutung anzuregen und Schonhaltungen zu reduzieren — ohne die Bewegung einzuschränken.
Wann ist das relevant?
Nach Verletzungen, bei Gelenkinstabilität, Muskelverspannungen oder als Ergänzung zur Reha zwischen den Behandlungsterminen.
Was machen wir in der Praxis?
Wir setzen Taping je nach Befund ein — häufig ergänzend zu Massage oder nach Kreuzband-OP. Das Tape hält meist mehrere Tage.
Kissing Spine (Dornfortsatzüberkreuzung)
Was bedeutet das?
Bei Kissing Spine berühren oder überlappen sich benachbarte Dornfortsätze der Brust- oder Lendenwirbelsäule — oft bei tief gebauten oder sportlich beanspruchten Hunden. Folgen können Rückenschmerz und Steifheit sein.
Wann ist das relevant?
Bei Rückensteifheit, Schmerz beim Aufwärmen, Sprungverweigerung oder wenn MRT/Röntgen Kissing Spine zeigt.
Was machen wir in der Praxis?
Osteopathie, Massage, Rückenmuskelaufbau und Beweglichkeitstraining — für Alltag und Sport.
Kleine Rassen & Patellaluxation
Was bedeutet das?
Kleine und Zwergrassen (Chihuahua, Yorkshire, Malteser u. a.) haben häufiger Patellaluxation — die Kniescheibe springt aus der Führung. Oft beidseitig.
Wann ist das relevant?
Bei „Hüpfern“, kurzem Humpeln oder wenn der Hund das Bein streckt und kurz schont.
Was machen wir in der Praxis?
Muskelaufbau Oberschenkel, Balance, ggf. nach OP — Taping und schonende Bewegung.
Kognitive Dysfunktion (CDS)
Was bedeutet das?
CDS ist das „Hunde-Äquivalent“ zu Demenz: Desorientierung, verändertes Schlaf-Wach-Rhythmus, Unsauberkeit, Weniger Interaktion. Bewegung und Reize können den Alltag positiv beeinflussen.
Wann ist das relevant?
Bei älteren Hunden mit Verhaltensänderungen — tierärztlich abklären, um Schmerzen oder andere Ursachen auszuschließen.
Was machen wir in der Praxis?
Sanfte, kurze Bewegungseinheiten am Unterwasserlaufband, vertraute Übungen und Routinen — ergänzend zu Senioren-Betreuung.
Kompensationsmuster
Was bedeutet das?
Kompensation bedeutet: Der Hund gleicht eine Schwäche oder Schmerzstelle durch veränderte Bewegung aus — z. B. weniger Belastung einer Pfote, gekrümmter Rücken, veränderte Kopfhaltung.
Wann ist das relevant?
Bei chronischer Lahmheit, nach OP, bei Arthrose oder wenn Beschwerden „wandern“ (Nacken durch Hüftschmerz).
Was machen wir in der Praxis?
Gangbildanalyse, Osteopathie und gezielte Behandlung der Ursache — nicht nur des sichtbaren Symptoms.
Konservative Therapie
Was bedeutet das?
Konservative Therapie bedeutet Behandlung ohne Operation — mit Medikamenten, Schonung, Physiotherapie und Lebensstilanpassung. Viele Kreuzbandrisse, HD- und ED-Fälle werden so behandelt.
Wann ist das relevant?
Wenn der Tierarzt eine OP (noch) nicht empfiehlt oder als Alternative zur Operation.
Was machen wir in der Praxis?
Muskelaufbau, Schmerzarmut durch Hydrotherapie, manuelle Techniken und Alltagsberatung — regelmäßige Kontrolle mit der Tierarztpraxis.
Kontaktzonen (Agility)
Was bedeutet das?
Kontaktzonen sind markierte Bereiche auf Agility-Hindernissen (A-Wand, Dogwalk, Wippe) — der Hund muss sie mit den Pfoten berühren. Falsches Abspringen belastet Sprunggelenke und Rücken durch ungünstige Landung.
Wann ist das relevant?
Bei Agility-Hunden mit Sprung- oder Landungsproblemen, wiederkehrenden Pfotenverletzungen oder Rückenbeschwerden nach Training.
Was machen wir in der Praxis?
Technik und Belastung besprechen, Muskelaufbau und Regeneration — für saubere, gelenkschonende Bewegung.
Kontraktur
Was bedeutet das?
Eine Kontraktur ist die verkürzte, versteifte Stellung eines Muskels oder Gelenks — Bewegung ist dauerhaft eingeschränkt. Entsteht oft nach langer Ruhigstellung oder Narbenbildung.
Wann ist das relevant?
Wenn Gelenke nicht mehr voll beweglich sind, nach Immobilisation oder bei chronischen Schonhaltungen.
Was machen wir in der Praxis?
Passive Mobilisation, Dehnungen, Massage und aktive Übungen — behutsam und über einen längeren Zeitraum.
Körperkonditionsscore (BCS)
Was bedeutet das?
Der Body Condition Score (BCS) bewertet den Ernährungszustand von 1 (mager) bis 9 (stark adipös) — ideal meist 4–5. Man fühlt Rippen und beurteilt Taille und Bauchlinie.
Wann ist das relevant?
Bei jeder Ernährungs- oder Gewichtsfrage — Übergewicht belastet Gelenke und erschwert Muskelaufbau.
Was machen wir in der Praxis?
Wir besprechen BCS in der Anamnese und verweisen bei Bedarf auf Ernährungsberatung — wichtige Basis für Therapieerfolg.
Krallenpflege & Gangbild
Was bedeutet das?
Zu lange Krallen verändern wie der Hund auftritt: Er rutscht, entlastet Pfoten oder kompensiert mit verändertem Stand. Regelmäßiges Schneiden hält den natürlichen Standwinkel.
Wann ist das relevant?
Wenn Krallen beim Stehen den Boden berühren, ein Klicken auf Hartboden hörbar ist, Pfoten „flach“ abstehen oder der Hund unsicher läuft — auch ohne andere Diagnose prüfenswert.
Was machen wir in der Praxis?
Wir beurteilen in der Anamnese Pfotenstellung und Gangbild. Bei Schonhaltung durch falsche Krallenlänge: Beratung zur Pflege; bei Muskel-/Gelenkproblemen gezielte Physiotherapie.
Kreuzbandriss (TPLO & Co.)
Was bedeutet das?
Ein Kreuzbandriss ist ein Riss des vorderen Kreuzbandes im Hundeknie — häufig nach Drehbewegungen. Viele Hunde werden operiert (z. B. TPLO, TTA, Zuggurtung), andere konservativ behandelt.
Wann ist das relevant?
Nach der OP oft schon in den ersten Tagen: zur Schwellungsreduktion, Muskelerhalt und späteren Belastungssteigerung — immer nach Freigabe durch die Tierarztpraxis.
Was machen wir in der Praxis?
Frühe Maßnahmen wie Lymphdrainage und Laser, später Unterwasserlaufband und gezielter Muskelaufbau.
L3 Begriffe
Labrador Retriever
Was bedeutet das?
Labradore neigen häufiger zu HD, Kreuzbandrissen und Übergewicht — aktiv, aber gelenkbelastend bei zu viel Gewicht.
Wann ist das relevant?
Bei Lahmheit, Übergewicht oder nach intensiver Aktivität — früh Gewicht und Muskeln im Blick.
Was machen wir in der Praxis?
Hydrotherapie, Muskelaufbau, Ernährungsberatung — für lange Bewegungsfreude.
Lahmheit
Was bedeutet das?
Lahmheit bedeutet, dass der Hund unregelmäßig oder schonend läuft — oft sichtbar als Humpeln, kürzerer Schritt oder Schonhaltung einer Pfote. Die Ursache kann im Gelenk, Muskel, Sehne oder Nerv liegen.
Wann ist das relevant?
Bei jedem neuen oder anhaltenden Humpeln — zuerst tierärztlich abklären, danach gezielte Physiotherapie zur Ursachenbehandlung und Reha.
Was machen wir in der Praxis?
Gangbildanalyse in der Anamnese, gezielte Behandlung der betroffenen Strukturen und Übungen für den Alltag.
Leist (Periostitis ossificans)
Was bedeutet das?
„Leist“ bezeichnet eine Verknöcherung an der Oberschenkelvorderkante (Periostitis ossificans) — oft bei jungen, großen Hunden nach Überlastung oder Trauma. Schmerz und Schwellung an der Oberschenkelvorderseite sind typisch.
Wann ist das relevant?
Bei Vorderhand-Lahmheit und Druckschmerz am Oberschenkel — häufig bei Welpen großer Rassen nach zu intensiver Belastung.
Was machen wir in der Praxis?
Belastungsreduktion, Laser, später schrittweiser Muskelaufbau — Heilung braucht oft Wochen bis Monate.
M13 Begriffe
Manuelle Lymphdrainage
Was bedeutet das?
Die manuelle Lymphdrainage ist eine sehr sanfte Massagetechnik, die den Abtransport von Lymphflüssigkeit und Schwellungen fördert — wichtig nach Operationen und Verletzungen.
Wann ist das relevant?
Bei postoperativen Schwellungen, nach Kreuzband-OP, bei Ödemen oder wenn Gewebe „fest“ und geschwollen ist.
Was machen wir in der Praxis?
Häufig eine der ersten Maßnahmen nach OP — noch vor dem Unterwasserlaufband. Wir kombinieren sie mit Laser und später aktivierender Reha.
Meniskus-Schaden
Was bedeutet das?
Der Meniskus ist ein Knorpelpolster im Knie. Bei Kreuzbandrissen kann er mitbetroffen sein — der Hund lahmt, das Knie schwillt an. Oft wird er bei der OP mitversorgt.
Wann ist das relevant?
Nach Kreuzband-OP oder bei anhaltender Knie-Lahmheit trotz Therapie — Diagnose durch Tierarzt (gelenkspiegelnd oder MRT).
Was machen wir in der Praxis?
Reha wie nach Kreuzband-OP: Lymphdrainage, Unterwasserlaufband, Muskelaufbau — nach Freigabe der Tierarztpraxis.
Mikrostromtherapie
Was bedeutet das?
Mikrostrom ist eine schwache Elektrotherapie mit frequenzspezifischen Strömen. Sie kann Schmerzen lindern, die Durchblutung fördern und den Zellstoffwechsel anregen — sanft und ohne Muskelkontraktion.
Wann ist das relevant?
Bei chronischen Schmerzen, Wundheilungsstörungen, Muskelatrophie oder als Ergänzung nach Verletzungen und OPs.
Was machen wir in der Praxis?
Mit unserem Vitagral-System (Xaelios µVET) arbeiten wir frequenzspezifisch und passen die Parameter an den Befund an — oft kombiniert mit Laser oder Massage.
Morbus Legg-Calvé-Perthes (Femurkopfnekrose)
Was bedeutet das?
Auch aseptische Femurkopfnekrose (AFN) genannt: Durch eine Durchblutungsstörung stirbt der wachsende Hüftkopf (Femurkopf) ab — der Knochen kollabiert, das Gelenk wird instabil und schmerzhaft. Betrifft meist kleine Rassen unter 15 kg (z. B. Yorkshire Terrier, Chihuahua, Jack Russell, Miniature Pinscher). Gehört zum Spektrum der Hüftprobleme, ist aber keine klassische Hüftgelenksdysplasie (HD). Häufige Therapie: operative Entfernung des Femurkopfes (FHO).
Wann ist das relevant?
Bei zunehmender, ein- oder beidseitiger Hinterhand-Lahmheit bei Welpen und Junghunden — typisch zwischen dem 4. und 12. Monat. Schmerz bei Hüftbewegung oder -streckung. Abgrenzung zu HD durch Tierarzt (Röntgen).
Was machen wir in der Praxis?
Nach FHO oder konservativ: intensiver Hüftmuskelaufbau (das Pseudo-Gelenk braucht starke Muskulatur), schmerzarme Bewegung am Unterwasserlaufband und Gangschulung — abgestimmt mit der Hüft-Therapie und Tierarztpraxis.
Morbus Osgood-Schlatter (Tuberositas-tibiae-Avulsion)
Was bedeutet das?
Eine Wachstumsstörung am Knie: Der Ansatz der Kniescheibensehne am Schienbein (Tuberositas tibiae) reißt teilweise oder ganz ab. Häufig bei Bullterriern und anderen Rassen mit starkem Wachstum.
Wann ist das relevant?
Bei jungen Hunden mit Vorderhand- oder Knie-Lahmheit, Schmerz beim Strecken des Knies — Diagnose durch Tierarzt/Orthopäden.
Was machen wir in der Praxis?
Nach OP oder konservativ: Belastungssteuerung, Muskelaufbau und schonende Mobilisation des Knies — ggf. am Unterwasserlaufband.
MRT (Magnetresonanztomographie)
Was bedeutet das?
Das MRT erstellt detaillierte Schnittbilder von Weichteilen — Bandscheiben, Nerven, Sehnen, Muskeln, Gelenkkapsel. Goldstandard bei vielen neurologischen und Weichteildiagnosen. Keine Röntgenstrahlung.
Wann ist das relevant?
Wenn Röntgen und Ultraschall nicht ausreichen — z. B. bei Bandscheibenvorfall, FCE oder Sehnenriss.
Was machen wir in der Praxis?
Physiotherapie baut auf der MRT-Diagnose auf — wir stimmen Therapie und Belastung mit Befund und Tierarzt ab.
Muskelatrophie
Was bedeutet das?
Muskelatrophie ist der Abbau von Muskelmasse — sichtbar als dünneres Bein oder eingefallene Muskulatur. Typisch nach längerer Schonung, Lahmheit oder Operation.
Wann ist das relevant?
Wenn ein Bein dünner wirkt als das andere, der Hund ein Bein entlastet oder nach OP die Belastung noch eingeschränkt ist.
Was machen wir in der Praxis?
Gezielter Aufbau am Unterwasserlaufband, aktive Übungen und Mikrostrom — symmetrische Kräftigung ist das Ziel.
Muskelaufbau
Was bedeutet das?
Muskelaufbau ist der gezielte Aufbau von Muskelmasse und Kraft — nach Schonung, OP oder bei Muskelatrophie. Starke Muskeln entlasten Gelenke und stabilisieren den Körper.
Wann ist das relevant?
Nach nahezu jeder OP (besonders FHO, Kreuzband, HD), bei Lahmheit, Arthrose oder wenn ein Bein dünner ist als das andere.
Was machen wir in der Praxis?
Unterwasserlaufband, aktive Übungen, Mikrostrom und Alltagsübungen — individuell dosiert nach Befund.
Muskelfibrose
Was bedeutet das?
Fibrose ist die Vernarbung von Muskelgewebe nach Verletzung oder Entzündung — das Gewebe wird härter und weniger dehnbar. Beweglichkeit und Kraft können leiden.
Wann ist das relevant?
Nach Muskelzerrungen, langanhaltenden Entzündungen oder wenn der Hund trotz Heilung „steif“ bleibt.
Was machen wir in der Praxis?
Laser, manuelle Mobilisation, Dehnungen und aktiver Muskelaufbau — je nach Befund und Heilungsphase.
Muskelzerrung
Was bedeutet das?
Eine Muskelzerrung ist die Überdehnung oder teilweise Verletzung von Muskelfasern — der Hund lahmt oft plötzlich, schont das Bein oder ist nach Belastung steif. Schweregrade reichen von leichter Zerrung bis zum Muskelfaserriss.
Wann ist das relevant?
Nach Sprung, Ruck oder ungewohnter Belastung — zuerst tierärztlich abklären, um Fraktur oder Sehnenriss auszuschließen.
Was machen wir in der Praxis?
Lymphdrainage, Laser, Massage und später Muskelaufbau — je nach Heilungsphase.
Muskuläre Dysbalance
Was bedeutet das?
Eine muskuläre Dysbalance liegt vor, wenn Muskeln auf der einen Seite stärker oder verspannter sind als auf der anderen — der Körper kompensiert und belastet sich asymmetrisch.
Wann ist das relevant?
Nach längerer Schonhaltung, bei Lahmheit, nach OP oder bei Sporthunden mit einseitiger Überlastung.
Was machen wir in der Praxis?
Gangbildanalyse, gezielter Muskelaufbau der schwächeren Seite, Dehnungen und Massage — für symmetrisches Bewegungsmuster.
Myositis (Muskelentzündung)
Was bedeutet das?
Myositis ist eine Entzündung der Skelettmuskulatur — durch Trauma, Überlastung, Infektion oder immunologische Prozesse. Der Muskel ist schmerzhaft, oft geschwollen, der Hund lahmt oder verweigert Bewegung.
Wann ist das relevant?
Bei muskulären Schmerzen, Schwellung oder Lahmheit ohne klares Gelenkproblem — Abgrenzung zu Muskelzerrung durch Tierarzt.
Was machen wir in der Praxis?
Laser, Massage (je nach Phase), Lymphdrainage und später Muskelaufbau.
Myositis ossificans
Was bedeutet das?
Bei Myositis ossificans verknöchert Muskelgewebe nach Verletzung — es entsteht knochenähnliches Material im Muskel. Beweglichkeit und Funktion können eingeschränkt sein.
Wann ist das relevant?
Nach schwerer Muskelverletzung oder wenn der Hund trotz Heilung steif bleibt — Diagnose durch Tierarzt (Röntgen, ggf. MRT).
Was machen wir in der Praxis?
Behutsame Mobilisation, Laser und gezielter Muskelaufbau — Ziel: bestmögliche Funktion im Alltag.
N5 Begriffe
Nach Tumor-OP
Was bedeutet das?
Nach einer Tumoroperation braucht der Körper gezielte Reha — Schwellungen, Narben, Muskelabbau und Schonhaltungen können früh entstehen. Physiotherapie ergänzt die onkologische Nachsorge, ersetzt sie aber nicht.
Wann ist das relevant?
Nach Tumor-OP, sobald die Tierarztpraxis es erlaubt — oft früher als viele denken, nicht erst nach Wochen Pause.
Was machen wir in der Praxis?
Lymphdrainage, Narbenbehandlung, Muskelerhalt und später Muskelaufbau — wie in unserer Indikationsbeschreibung.
Nackenbandverkalkung
Was bedeutet das?
Das Nackenband (Ligamentum nuchae) stützt den Kopf. Mit dem Alter kann es verkalken — besonders bei großen Rassen. Folgen können Nackensteifheit und eingeschränkte Kopfbewegung sein.
Wann ist das relevant?
Bei älteren Hunden mit Nackensteifheit, Schmerz beim Fressen aus dem Napf auf dem Boden oder nach Kopftrauma — oft bei Seniorenhunden.
Was machen wir in der Praxis?
Osteopathie, Massage, sanfte Mobilisation und Anpassung des Alltags (z. B. erhöhter Napf).
Narbenbehandlung
Was bedeutet das?
Nach Operationen kann Narbengewebe verkleben, verhärten oder die Beweglichkeit einschränken. Narbenbehandlung mobilisiert das Gewebe und unterstützt die Heilung — auch bei älteren Narben.
Wann ist das relevant?
Nach nahezu jeder OP — Kreuzband, Patella, Tumor-OP oder Kastration mit größerem Schnitt — sobald die Wunde geschlossen und verheilt ist.
Was machen wir in der Praxis?
Laser an geschlossenen Narben, manuelle Mobilisation und Lymphdrainage — für geschmeidigeres Gewebe und weniger Kompensation.
Novafon (Schallwellentherapie)
Was bedeutet das?
Der Novafon ist ein Gerät für Schallwellentherapie — es erzeugt mechanische Schwingungen in Gewebe. Ziele: Lockerung, Durchblutung, Schmerzlinderung.
Wann ist das relevant?
Bei Muskelverspannungen, Triggerpunkten, Narben und chronischen Verspannungen.
Was machen wir in der Praxis?
Wir setzen den Novafon Pro gezielt ein — oft vor oder nach manueller Behandlung.
NSAID (Schmerzmittel)
Was bedeutet das?
NSAIDs (nicht-steroidale Antirheumatika) sind häufige Schmerz- und Entzündungsmittel beim Hund — z. B. Metacam, Rimadyl. Sie lindern Schmerz, damit der Hund sich bewegen kann.
Wann ist das relevant?
Wenn der Tierarzt NSAIDs verschreibt — wichtig für Physiotherapie, weil schmerzfreie Bewegung Trainingserfolg ermöglicht. Nie ohne tierärztliche Verordnung.
Was machen wir in der Praxis?
Wir behandeln in Abstimmung mit Medikation und Tierarzt — Schmerzarmut durch Hydrotherapie und manuelle Techniken ergänzt die medikamentöse Therapie.
O8 Begriffe
Obedience
Was bedeutet das?
Obedience ist der Hundesport der Gehorsamkeit — Sitz, Platz, Apport, Signalverarbeitung. Weniger Sprungbelastung als Agility, aber langes Konzentrieren, Stopps und Drehungen belasten Rücken und Gelenke.
Wann ist das relevant?
Bei Leistungshunden mit Steifheit, Verspannungen oder nach langen Trainingseinheiten.
Was machen wir in der Praxis?
Massage, Dehnungen und Prävention — für entspannte, bewegliche Hunde im Sport.
OCD (Osteochondrosis dissecans)
Was bedeutet das?
OCD ist eine Störung des wachsenden Knochens — ein Knorpel-Stück löst sich ab oder bildet sich fehlerhaft. Betroffen sind oft Schulter oder Ellenbogen; der Hund lahmt an der Vorderhand.
Wann ist das relevant?
Bei jungen, schnell wachsenden Hunden mit wiederkehrender Vorderhand-Lahmheit — nach tierärztlicher Abklärung (Röntgen, ggf. MRT).
Was machen wir in der Praxis?
Schmerzarme Bewegung am Unterwasserlaufband, gezielter Muskelaufbau und passive Mobilisation — konservativ oder nach operativer Therapie, abgestimmt auf den Befund.
Ödem
Was bedeutet das?
Ein Ödem ist eine Flüssigkeitsansammlung im Gewebe — sichtbar als Schwellung. Nach OPs und Verletzungen häufig; behindert Bewegung und verzögert Heilung.
Wann ist das relevant?
Nach Operationen, bei Prellungen oder wenn Gewebe „prall“ geschwollen ist — bei anhaltender Schwellung immer Tierarzt einbeziehen.
Was machen wir in der Praxis?
Manuelle Lymphdrainage, Laser und Hochlagerung — oft erste Maßnahmen in der frühen Reha.
Omega-3-Fettsäuren
Was bedeutet das?
Omega-3-Fettsäuren (z. B. aus Fischöl, Leinöl) können entzündungshemmend wirken und werden oft bei Gelenkproblemen diskutiert — als Ergänzung zur Ernährung, nicht als Medikament.
Wann ist das relevant?
Bei Arthrose, Seniorenhunden oder wenn Sie die Gelenkernährung unterstützen möchten — nach Absprache mit dem Tierarzt.
Was machen wir in der Praxis?
Beratung im Rahmen der Ernährungsberatung — kombiniert mit Physiotherapie und Idealgewicht.
Orthopädische Untersuchung
Was bedeutet das?
Die orthopädische Untersuchung prüft Bewegungsapparat und Gang — Gelenke, Muskeln, Sehnen, Lahmheit. Basis für Diagnosen wie HD, ED, Kreuzbandriss oder Lahmheitsursache.
Wann ist das relevant?
Bei jeder Lahmheit, vor OP-Entscheidungen oder wenn Physiotherapie eine geklärte Diagnose braucht.
Was machen wir in der Praxis?
Wir setzen auf die Diagnose Ihrer Tierarztpraxis und ergänzen in der Anamnese mit Gangbildanalyse und palpatorischem Befund.
Osteochondrose
Was bedeutet das?
Osteochondrose ist eine Störung der Knochen-Knorpel-Umwandlung im Wachstum — der Knorpel wird zu dick oder brüchig. Kann zu OCD (abgelöster Knorpelknochen-Flap) oder einem Gelenkmaus führen. Betrifft oft Schulter, Ellenbogen oder Sprunggelenk.
Wann ist das relevant?
Bei jungen, schnell wachsenden Hunden mit Gelenk-Lahmheit — häufig im ED– oder HD-Kontext.
Was machen wir in der Praxis?
Schmerzarme Bewegung am Unterwasserlaufband, Belastungssteuerung und Muskelaufbau — konservativ oder nach OP.
Osteopathie beim Hund
Was bedeutet das?
Die Osteopathie betrachtet den Körper ganzheitlich und behandelt Bewegungseinschränkungen mit sanften manuellen Techniken — an Muskeln, Gelenken, Faszien und (über die Bauchdecke) auch an inneren Strukturen.
Wann ist das relevant?
Bei chronischen Beschwerden, Blockaden, Schonhaltungen oder wenn Symptome an verschiedenen Körperstellen auftreten und eine rein lokale Ursache nicht erklärbar ist.
Was machen wir in der Praxis?
Wir beginnen mit ausführlicher Befunderhebung und Gangbildanalyse, behandeln dann gezielt die identifizierten Strukturen — oft ergänzt durch Massage oder Taping.
Osteosynthese
Was bedeutet das?
Osteosynthese bedeutet die operative Fixierung eines Knochenbruchs — mit Platten, Schrauben, Stiften oder äußeren Fixateuren. Ziel: stabile Heilung in der richtigen Position.
Wann ist das relevant?
In der Reha nach Fraktur-OP, wenn der Tierarzt die Belastung und Physiotherapie freigibt — je nach Fraktur und Heilungsverlauf.
Was machen wir in der Praxis?
Lymphdrainage bei Schwellungen, Narbenbehandlung, später gezielter Muskelaufbau und kontrollierte Belastungssteigerung.
P4 Begriffe
Panosteitis
Was bedeutet das?
Panosteitis ist eine Entzündung der Röhrenknochen bei jungen, großwüchsigen Hunden — oft als „wandernde Lahmheit“ beschrieben, weil das Humpeln die Beine wechselt.
Wann ist das relevant?
Typisch zwischen dem 5. und 18. Monat bei großen Rassen (z. B. Deutsche Schäferhunde, Retriever). Die Diagnose stellt der Tierarzt — meist per Röntgen.
Was machen wir in der Praxis?
Schonende Bewegung, ggf. Lymphdrainage und Entlastung — die Erkrankung heilt in der Regel von selbst, Physiotherapie unterstützt den Alltag.
Patellaluxation (PL)
Was bedeutet das?
Bei der Patellaluxation springt die Kniescheibe (Patella) aus ihrer natürlichen Führung — der Hund humpelt oft kurz, „hüpft“ oder schont das Bein. Schweregrade reichen von gelegentlichem Verspringen bis zur dauerhaften Luxation.
Wann ist das relevant?
Bei kleinen Rassen häufig, aber auch bei größeren Hunden — nach OP oder bei konservativer Behandlung zur Stabilisierung und Muskelaufbau.
Was machen wir in der Praxis?
Kräftigung der Oberschenkelmuskulatur, Balance-Übungen und schonende Mobilisation — oft kombiniert mit Taping oder Unterwasserlaufband.
Prävention beim Sporthund
Was bedeutet das?
Prävention umfasst alles, was Verletzungen vorbeugt: Aufwärmen, Muskelaufbau, Gleichgewicht, regelmäßige Checks und Erholungsphasen — bei Agility, Obedience, Jagdsport und mehr.
Wann ist das relevant?
Idealerweise ganzjährig, besonders vor intensiven Trainings- oder Wettkampfphasen.
Was machen wir in der Praxis?
Wir beurteilen Gangbild und Muskulatur, geben Übungen für Zuhause und begleiten Sporthunde in Aufbau- und Erhaltungsphasen.
Propriozeption
Was bedeutet das?
Propriozeption ist die „Körperwahrnehmung“ — das Gehirn weiß, wo Gliedmaßen im Raum sind, ohne hinzuschauen. Nach Verletzungen oder bei neurologischen Problemen kann diese Wahrnehmung nachlassen.
Wann ist das relevant?
Nach Kreuzband-OP, Bandscheibenvorfall, FCE oder bei unsicherem Gang und Stolpern — besonders wenn der Hund „unsicher auf den Beinen“ wirkt.
Was machen wir in der Praxis?
Balance-Übungen auf unterschiedlichen Unterlagen, Cavaletti-Stangen und aktives Gerätetraining — oft kombiniert mit Taping.
R5 Begriffe
Radius-Curvus-Syndrom (Short-Radius-Syndrom)
Was bedeutet das?
Beim Radius-Curvus-Syndrom (auch Short-Radius-Syndrom) wächst die Speiche verkürzt oder gekrümmt — oft weil die Wachstumsfuge der Elle zu früh schließt. Speiche und Elle passen im Ellenbogengelenk nicht mehr zusammen (Inkongruenz). Das kann FPC, IPA oder OCD begünstigen.
Wann ist das relevant?
Bei jungen Hunden mit Vorderhand-Lahmheit oder auffälliger Gliedmaßenstellung — häufig im Rahmen der Ellenbogendysplasie. Diagnose durch Tierarzt oder Orthopäden (Röntgen, CT).
Was machen wir in der Praxis?
Nach korrektur-chirurgischer OP oder konservativ: Muskelaufbau, Belastungssteuerung und schmerzarme Bewegung am Unterwasserlaufband — für bestmögliche Alltagsfunktion.
Rassenprädispositionen
Was bedeutet das?
Manche Rassen neigen häufiger zu bestimmten Erkrankungen — durch Zucht, Körperbau oder Größe. Das bedeutet nicht, dass jeder Hund dieser Rasse betroffen ist — aber Vorsorge und frühe Beobachtung lohnen sich.
Wann ist das relevant?
Bei Rassehunden mit typischen Beschwerden oder vor intensivem Sport — Gangbild und Gewicht im Blick behalten.
Was machen wir in der Praxis?
Individuelle Anamnese und Therapie — rassebedingte Risiken berücksichtigen wir in Beratung und Training.
Regeneration (Sporthund)
Was bedeutet das?
Regeneration ist die Erholung nach Belastung — Muskeln reparieren sich, Entzündungen klingen ab. Ohne ausreichende Regeneration steigt das Verletzungsrisiko.
Wann ist das relevant?
Nach Training, Wettkampf oder wenn der Hund müde, steif oder leistungsschwächer wirkt.
Was machen wir in der Praxis?
Massage, Lymphdrainage, Unterwasserlaufband und passive Dehnung — individuell nach Intensität der Belastung.
Rehabilitation (Reha)
Was bedeutet das?
Rehabilitation ist der strukturierte Wiederaufbau nach Verletzung oder OP — von Schmerzlinderung über Mobilisation bis Muskelaufbau und Alltagstraining.
Wann ist das relevant?
Nach nahezu jeder orthopädischen oder neurologischen Erkrankung — je früher (nach Freigabe), desto besser oft der Verlauf.
Was machen wir in der Praxis?
Individueller Plan nach Anamnese: manuelle Techniken, Hydrotherapie, Gerätetraining und Hausübungen.
Röntgenuntersuchung
Was bedeutet das?
Das Röntgen zeigt Knochen und Gelenke — Standard bei HD-, ED– und Fraktur-Diagnostik. Weichteile (Bandscheiben, Sehnen) sieht man darauf nur begrenzt; dafür eignen sich Ultraschall, MRT oder CT.
Wann ist das relevant?
Bei Lahmheit, Gelenkproblemen, Frakturen oder vor Zuchtuntersuchungen (HD/ED). Unter Belastung oder in Bewegung: Fluoroskopie.
Was machen wir in der Praxis?
Physiotherapie orientiert sich am klinischen Bild und am Röntgenbefund — Muskelaufbau und Bewegung auch bei Befunden ohne akute Lahmheit.
S10 Begriffe
Schonhaltung
Was bedeutet das?
Schonhaltung bedeutet, dass der Hund eine Körperregion bewusst oder unbewusst entlastet — durch verkürzten Schritt, Gewichtsverlagerung oder veränderte Körperhaltung. Oft Folge von Schmerz oder Unsicherheit.
Wann ist das relevant?
Nach Verletzungen, bei Lahmheit, Arthrose oder wenn Muskeln auf einer Seite abgebaut sind und der Hund asymmetrisch belastet.
Was machen wir in der Praxis?
In der Anamnese analysieren wir Gangbild und Belastungsmuster, behandeln die Ursache und geben Ihnen Übungen für den Alltag mit.
Schulterinstabilität
Was bedeutet das?
Die Schulterinstabilität bedeutet: Das Schultergelenk ist zu locker oder instabil — der Hund lahmt an der Vorderhand, besonders nach Belastung oder Sprüngen.
Wann ist das relevant?
Bei Sporthunden, nach Schulterverletzung oder wenn die Vorderhand wiederholt Probleme macht.
Was machen wir in der Praxis?
Muskelaufbau der Schulterumgebung, Taping, Propriozeption und kontrollierte Belastungssteigerung.
Sehnenverletzung
Was bedeutet das?
Sehnen verbinden Muskel und Knochen — bei Überlastung oder Ruck können sie entzündet (Tendinopathie) oder eingerissen werden. Häufig an Schulter, Knie oder Achillessehne.
Wann ist das relevant?
Nach Sprüngen, abruptem Stoppen oder bei Sporthunden mit wiederkehrenden Beschwerden — nach tierärztlicher Diagnose (Ultraschall, ggf. MRT).
Was machen wir in der Praxis?
Laser, Massage, schonende Mobilisation und später kontrollierter Muskelaufbau — je nach Schweregrad und Heilungsphase.
Seitenbandriss
Was bedeutet das?
Seitenbänder stabilisieren das Knie (und andere Gelenke) gegen seitliche Kräfte. Ein Riss entsteht oft durch Verdrehung — der Hund lahmt, das Knie kann instabil wirken. Häufig zusammen mit Kreuzbandriss.
Wann ist das relevant?
Nach Verdrehtrauma, bei Knie-Instabilität oder wenn MRT/Arthroskopie einen Seitenbandriss zeigt.
Was machen wir in der Praxis?
Nach OP oder konservativ: Taping, Muskelaufbau, Propriozeption und kontrollierte Belastung.
Seniorenhund
Was bedeutet das?
Ein Seniorenhund zeigt typischerweise altersbedingte Veränderungen: Steifheit, Muskelabbau, langsamere Erholung und weniger Bewegungsfreude — ohne dass eine akute Erkrankung vorliegen muss.
Wann ist das relevant?
Wenn Ihr älterer Hund morgens steif aufsteht, kürzere Wege bevorzugt oder allmählich Muskelmasse verliert.
Was machen wir in der Praxis?
Sanfte Massage, Dehnungen, schmerzarmes Training und ggf. Unterwasserlaufband — für mehr Mobilität und Lebensqualität im Alter.
Short-Ulna-Syndrom
Was bedeutet das?
Beim Short-Ulna-Syndrom ist die Elle im Wachstum zu kurz — Speiche und Elle bilden im Ellenbogen eine „Stufe“, das Gelenk ist inkongruent. Die ungleichmäßige Belastung kann einen FPC oder andere Formen der Ellenbogendysplasie begünstigen.
Wann ist das relevant?
Bei Welpen und Junghunden mit Vorderhand-Lahmheit — oft zusammen mit anderen ED-Befunden. Früh erkannt können korrektur-OPs (z. B. Ulna-Osteotomie) sinnvoll sein.
Was machen wir in der Praxis?
Nach OP oder bei konservativer Behandlung: strukturierte Reha mit Mobilisation, Propriozeption und Muskelaufbau der Vorderhand — abgestimmt mit Ihrer Tierarztpraxis.
Slalom (Agility)
Was bedeutet das?
Der Slalom ist die Stangenfolge im Agility-Parcours — der Hund weicht schnell und eng aus. Belastet Wirbelsäule, Hüfte und Sprunggelenke durch Richtungswechsel und Drehungen.
Wann ist das relevant?
Bei Agility-Hunden mit Rücken- oder Hinterhand-Problemen, nach Slalom-Training mit Überlastung.
Was machen wir in der Praxis?
Kern- und Rückenmuskulatur stärken, Osteopathie bei Blockaden, Belastung dosieren — für saubere Bewegung im Parcours.
Spinalkanalstenose
Was bedeutet das?
Spinalkanalstenose ist eine Einengung des Wirbelkanals — Nerven werden komprimiert. Kann mit Cauda-equina oder Wobbler zusammenhängen.
Wann ist das relevant?
Bei Hinterhand-Schwäche, Schmerzen beim Aufstehen oder neurologischen Ausfällen — Diagnose durch Neurologie/MRT.
Was machen wir in der Praxis?
Nach tierärztlicher Therapie: Muskelerhalt, behutsame Mobilisation und Alltagsanpassung.
Spondylose
Was bedeutet das?
Spondylose ist eine altersbedingte Verknöcherung zwischen den Wirbelkörpern — kleine „Brücken“ aus Knochen entstehen entlang der Wirbelsäule. Viele ältere Hunde haben sie, nicht alle zeigen Beschwerden.
Wann ist das relevant?
Wenn Ihr älterer Hund steifer wird, den Rücken krümmt oder Bewegungen meidet — oft im Zusammenhang mit Arthrose oder Altersbeschwerden.
Was machen wir in der Praxis?
Sanfte Mobilisation, Massage, Osteopathie und schmerzarme Bewegung — für mehr Beweglichkeit im Alltag.
Symphysiodese (JPS)
Was bedeutet das?
Die Symphysiodese — meist als juvenile pubische Symphysiodese (JPS) — ist ein früher Eingriff bei Welpen mit HD-Verdacht: Die Schambeinfuge wird gezielt verschlossen, damit das Becken beim Wachstum günstiger für den Hüftkopf ausgerichtet wird.
Wann ist das relevant?
Nur bei jungen Welpen in einem engen Altersfenster — Entscheidung durch Tierarzt/Orthopäde nach Röntgen. Danach: kontrollierter Aufbau und Bewegung.
Was machen wir in der Praxis?
Schonende Bewegung, Muskelaufbau der Hinterhand und Überwachung des Gangbildes — für bestmögliche Hüftentwicklung im Wachstum.
T5 Begriffe
TEP vs. FHO im Vergleich
Was bedeutet das?
Beide Verfahren behandeln schwere Hüftprobleme: Die Hüft-TEP ersetzt das Gelenk durch ein Prothesengelenk — der Hund hat danach wieder ein „echtes“ Hüftgelenk. Bei der FHO wird der Hüftkopf entfernt; Stabilität kommt vom Muskel.
Wann ist das relevant?
Wenn Ihr Tierarzt/Orthopäde über die OP-Methode berät — abhängig von Größe, Alter, Aktivität und Schweregrad.
Was machen wir in der Praxis?
Nach beiden OPs: strukturierte Reha mit Muskelaufbau. Bei FHO ist kräftige Hinterhand-Muskulatur besonders entscheidend; bei TEP kontrollierter Belastungsaufbau.
TPLO (Tibial Plateau Leveling Osteotomy)
Was bedeutet das?
TPLO ist eine gängige OP-Technik beim Kreuzbandriss: Der obere Teil der Schienbein-Knochen (Tibia) wird umgesägt und gedreht, sodass das Knie ohne intaktes Kreuzband stabil bleibt.
Wann ist das relevant?
Wenn Ihr Tierarzt eine TPLO empfiehlt — oft bei mittelgroßen bis großen, aktiven Hunden. Nach der OP folgt eine strukturierte Reha-Phase.
Was machen wir in der Praxis?
Früh: Lymphdrainage und Laser. Später: Unterwasserlaufband und Muskelaufbau — immer nach Freigabe der Tierarztpraxis.
TPO (Triple Pelvic Osteotomy)
Was bedeutet das?
Die TPO ist eine OP bei jungen Hunden mit HD: Das Becken wird an drei Stellen durchtrennt und gedreht, damit die Hüftpfanne den Hüftkopf besser umschließt — bevor schwere Arthrose entsteht.
Wann ist das relevant?
Bei juvenilen Hunden mit HD und noch intaktem Gelenk — Entscheidung durch Orthopäde nach Röntgen/CT.
Was machen wir in der Praxis?
Nach OP-Freigabe: schonende Mobilisation, Muskelaufbau und Gangbildkontrolle — für stabile Hüfte im Wachstum.
Triggerpunkt
Was bedeutet das?
Ein Triggerpunkt ist ein verspannter, druckschmerzhafter Punkt im Muskel — er kann Schmerz in andere Bereiche ausstrahlen und Bewegung einschränken.
Wann ist das relevant?
Bei hartnäckigen Verspannungen, Schonhaltungen oder wenn der Hund bestimmte Berührungen meidet.
Was machen wir in der Praxis?
Massage, Novafon und gezielte Dehnung — oft Teil der manuellen Behandlung.
TTA (Tibial Tuberosity Advancement)
Was bedeutet das?
TTA ist eine OP-Technik beim Kreuzbandriss — der Ansatzpunkt der Kniescheibensehne wird nach vorne verlagert, sodass das Knie ohne intaktes Kreuzband stabilisiert wird.
Wann ist das relevant?
Wenn Ihr Tierarzt TTA statt TPLO empfiehlt — Reha-Verlauf ist vergleichbar.
Was machen wir in der Praxis?
Früh: Lymphdrainage und Laser. Später: Unterwasserlaufband und Muskelaufbau.
U3 Begriffe
Überweisung vom Tierarzt
Was bedeutet das?
Eine formale Überweisung ist für Physiotherapie beim Hund nicht zwingend — aber eine tierärztliche Diagnose und Freigabe sind wichtig. So wissen wir, was behandelt werden darf.
Wann ist das relevant?
Vor der ersten Anamnese — bringen Sie Befunde, OP-Berichte und Medikamentenliste mit.
Was machen wir in der Praxis?
Wir arbeiten eng mit Ihrer Tierarztpraxis zusammen und stimmen Therapie bei Bedarf ab — für sichere, sinnvolle Behandlung.
Ultraschall (Sonografie)
Was bedeutet das?
Ultraschall bildet Weichteile in Echtzeit ab — Sehnen, Muskeln, Bänder, Bauchorgane. Häufig bei Sehnen- und Muskeldiagnostik, ohne Strahlenbelastung. Für Knochenstruktur tiefer im Gelenk oft MRT oder CT nötig.
Wann ist das relevant?
Bei Verdacht auf Sehnenriss, Muskelverletzung oder zur Verlaufskontrolle — vom Tierarzt durchgeführt.
Was machen wir in der Praxis?
Reha richtet sich nach dem Ultraschall-Befund — Belastungsaufbau und Therapiewahl werden angepasst.
Unterwasserlaufband
Was bedeutet das?
Ein Unterwasserlaufband ist ein Laufband in einem Wasserbecken. Das Wasser trägt einen Großteil des Körpergewichts — dadurch belastet der Hund Gelenke deutlich weniger als an Land.
Wann ist das relevant?
Nach Kreuzband-OPs, bei Arthrose, Übergewicht, Muskelabbau oder wenn belastungsarmes Training die Rehabilitation unterstützen soll.
Was machen wir in der Praxis?
Unser Hydrotrainer ermöglicht stufenlose Anpassung von Wasserstand, Geschwindigkeit und Schrägstellung. Jeder Hund wird behutsam an das Laufband gewöhnt.
V1 Begriff
Vestibularsyndrom (Gleichgewichtsstörung)
Was bedeutet das?
Das Vestibularsystem (Gleichgewichtsorgan) hält Körperbalance und koordiniert Kopf- und Augenbewegungen — aus Innenohr (peripher) und Hirnstamm/Kleinhirn (zentral). Beim Vestibularsyndrom ist dieses System gestört. Typisch sind Kopfschiefhaltung zur Läsionsseite, vestibuläre Ataxie (breitbeiniger, unsicherer Gang), Nystagmus (rhythmische Augenbewegungen), Drehschwindel mit Übelkeit/Erbrechen. Der Überbegriff umfasst viele Ursachen (z. B. Otitis interna, Hypothyreose, Ototoxizität, Trauma, Tumor). Wird keine Ursache gefunden, spricht man vom idiopathischen (geriatrischen) Vestibularsyndrom — häufig bei älteren Hunden, oft guter Verlauf.
Wann ist das relevant?
Bei plötzlicher Gleichgewichtsstörung immer zuerst tierärztlich abklären (Neurologie, Otoskopie, Blutbild u. a.). Für die Physiotherapie ist die Unterscheidung peripher vs. zentral wesentlich: Beim zentralen Syndrom können zusätzlich Propriozeptionsausfälle, andere Hirnnerven-Lähmungen oder Bewusstseinsstörungen auftreten.
Was machen wir in der Praxis?
Nach Akutphase und Freigabe: vestibuläre Rehabilitation (Kopf-Augen-Koordination in sicherer Ausgangsstellung), anschließend Propriozeption und Alltagstraining. Bei peripherer Innenohr-Ursache kann ein modifiziertes Epley-Manöver sinnvoll sein — nur nach passender Diagnose. Ausführlich: Indikation Vestibularsyndrom.
W2 Begriffe
Wobbler-Syndrom
Was bedeutet das?
Das Wobbler-Syndrom (CVI) betrifft vor allem große Hunderassen — die Halswirbelsäule ist instabil oder eingeengt, Nerven werden gereizt. Der Name kommt vom wackeligen Gang der Hinterhand.
Wann ist das relevant?
Bei jungen oder erwachsenen Großrassen mit unsicherem Gang, Schwäche der Hinterhand oder Nackensteifheit — Diagnose durch Neurologie und Bildgebung (Röntgen, MRT).
Was machen wir in der Praxis?
Nach tierärztlicher Freigabe: behutsame Mobilisation, Halsmuskulatur stärken, Belastung dosieren — eng abgestimmt mit der behandelnden Tierarztpraxis.
Wundheilung
Was bedeutet das?
Wundheilung umfasst alle Phasen bis zur geschlossenen, stabilen Narbe — Entzündung, Granulation, Epithelisierung. Nach OPs entscheidend für den weiteren Reha-Start.
Wann ist das relevant?
Nach jeder Operation — erst wenn die Wunde verheilt ist, folgen intensivere Maßnahmen wie Unterwasserlaufband oder tiefe Massage.
Was machen wir in der Praxis?
Laser an geschlossenen Wunden, Lymphdrainage und später Narbenbehandlung.
Z1 Begriff
Zuggurtung (Kreuzband-OP)
Was bedeutet das?
Die Zuggurtung (extrakapsuläre Stabilisierung) ist eine OP-Technik beim Kreuzbandriss — ein Band oder Faden ersetzt funktionell das gerissene Kreuzband von außen.
Wann ist das relevant?
Oft bei kleineren Hunden oder wenn TPLO/TTA nicht gewählt werden — Reha bleibt wichtig.
Was machen wir in der Praxis?
Wie nach anderen Kreuzband-OPs: frühe Schwellungsbehandlung, später Muskelaufbau und Hydrotherapie.
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